
Schlagschatten:
Ein Bildnis im Glas
Als ein seltsamer Nebel sich lichtete, schauten sich diverse Reisende verunsichert um. Sie waren nicht mehr dort, wo sie vorher gewesen waren. In einem nahegelegenen, verlassenen Haus fanden sich Überreste von Bewohnern, die nun nicht mehr da waren: eine Künstlerfamilie, die aufgrund eines politisch unbedachten Werkes in die Ächtung getrieben worden waren, nunmehr nur noch an ihren hinterlassenen Werken und Schriften zu erkennen.
Doch mit der Zeit häuften sich die seltsamen Ereignisse. Unter den Reisenden hatten sich Projektionen gemischt, die nur so wirkten wie echte Personen. Diese lockten ihre Opfer in eine seltsame Falle. Sie prüften die Reisenden auf ihre Eignung, eine archetypische Rolle zu erfüllen, und entführten die geeignetsten Kandidaten. Diese tauchten kurz danach in einem unheimlichen Buntglaswerk auf, Teil eines künstlerischen Schaffens, das ihre gequälte Macherin eine unsterbliche Bekanntheit einbringen sollte.
Die Reisenden waren jedoch nicht wehrlos. Geschickt und klug forschten sie nach und lernten die tragische Geschichte der Künstlerin so gut kennen, dass sie ihr neue Seiten daran aufzeigen konnten, bis sie schließlich überzeugt werden konnte, ein anderes Werk als ihr geplantes zu erschaffen. Mit der Unterstützung der Reisenden versöhnte sich die Künstlerin mit ihrer Familie und befreite in diesem Zuge die in ihrem Glasbild Gefangenen.
Schlagschatten:
Omnes eius machinae

Seltsame Dinge sind in manchen Wäldern unterwegs. Auf einem Landstrich, den man nur als den Weg woandershin kennt, leben Leute, die ebenso bedeutungslos sind. Umso bedeutungsloser dann auch ihr Schicksal - keiner bemerkt, was sich dort rührt, und nur die, die auf ihren Wegen stocken, begegnen der Abartigkeit, die durch diese Maschen schlüpft.
Schlagschatten war die Geschichte einer kurzen Reiseunterbrechung mitten im Nichts. An einer Herberge, welche kaum mehr als eine Delle auf hinterwäldischen Straßen darstellte, wurde die Gelegenheit - und vielleicht auch die Not - ergriffen, zu rasten. Doch einmal dort eingekehrt, fanden sich menschenleere Räume und die letzten, faselnden Worte einer jungen Dame in ihren Tagebuch.
Welche seltsame Infektion diesen Landstrich heimsuchte, vermag ich nicht zu sagen. Doch sicher ist, dass hier die menschlichste aller Regungen - die Rache einer beraubten Mutter - dunkle Gestalt annahm, um auf etwas viel Fremdartigeres zu treffen. Vielleicht halten die Siegel, mit denen jener Rachegeist und seine menschlichen Spielsteine die Abscheulichkeit bannte, immer noch. Vielleicht aber auch nicht.